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Dem blinden Rath der Jugend übergeben.
Gefährlich frei — ob ich mich führen kann?
Ich hatte in Tübingen einsam den Wissenschaften gelebt, einige Herzensfreunde besaß ich, an denen ich mit ganzer Seele hieng und die mir das Leben versüßten. Hier war ich fremd und allein in dieser großen bevölkerten Stadt, konnte mich Niemanden, der mich geliebt hatte, mittheilen, mußte mein damals noch für Freundschaft empfängliches Herz in mich selbst verschließen. Mit vielem Eifer wiedmete ich mich der Medicin und Chirurgie; allein die widersprechenden Meinungen der zwei berühmtesten Acrzte daselbst und ihre Behandlungsart lehrten mich erst, was ich an Autenrieth verloren hatte. Ich versank in das Feld der Zweifel und der Widersprüche, und konnte mich meiner Liebtingsbeschäftigung, der Naturkunde, aus Mangel an Gelegenheit, nicht widmen. Zudem behagte die dort gebräuchliche Lebensart und Nahrungsmittel meinem Körper durchaus nicht; ich empfand körperliches Uebelbefinden neben Mißstimmung des Geistes; der beständige Lärm und Geräusch betäubte mich, das ewige Getümmel eckelte mich an. Ich dachte an mein Vaterländchen, an die grünen Hügel, an die reine Luft, an die einfachen, gesunden Nahrungsmittel, an die biedern, theilnehmenden Bewohner, an meine lieben Verwandten. Ich wünschte für mich selber die Praris auszuüben, nicht immer dem Wink eines Obern gehorchen zu müssen; ich vermißte die Freiheit, des Menschen höchstes Gut. Kurz, ich hatte zum ersten und letzten Mal das H e i m w e h, ich sehnte mich nach Hause. Eines Abends entschloß ich mich abzureiscn, holte des Morgens den Paß, packte ein und saß Nachmittags im Postwagen, herzlich froh, die Stadt verlassen zu haben.

