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sehr kleine Menge Wassers ein fünf Sockwerke hohes Rad mit vielen tausend Spulen umgetrieben. In Borg­hetto/ einem kleinen Dörfchen, das sich, wie die italiänischen überhaupt, durch steinerne Häuser mit wenig aber großen Fenstern auszeichnet, hielten wir Nachtquartier, mußten unö aber größtentheilS durch Mienen verständlich machen, da Niemand weder deutsch noch französisch sprach. DieS ist das erstemal, daß ich von der mimischen Kunst Nutzen hatte.

Den 7. Juni. Nach einer kleinen Geldschneiderei bei der Douane trat ich in das lombardisch-venetianische Königreich ein. Auf dem Wege nach Verona verlieren sich die Berge beinahe ganz; die Hügel bestehen aus Marmor, malerisch schlingen sich fruchtbare Rebstöcke an Maulbeerbäumen hinauf. Mittags kam ich in der schönen Stadt Verona an, und schickte mich sogleich an, ihre Merkwürdigkeiten zu betrachten. Zuerst wun­derte ich nach dem hehren, bewundernswürdigen Werk der Menschenhände, Amphitheater genannt, wo ich auf dessen Höhe einige italiänische Pfianzen fand, in vielen Stuffen desselben waren Abdrücke von Ammonshörnern zu sehen. Abends giengen wir in die in der Arena lie­gende Theater-Bude, wo ein Lustspiel dargestellt wurde. Auffallend war es mir, daß alle Veroneser mit großem, etwas krausem, glänzend schwarzem Haar und derglei­chen Augen, und viele auch mit angenehmer, aber blei­cher Gesichtöbildung versehen waren. Beim Eintritt in das Amphitheater kaufte ich von dem daselbst wohnen­den Antiquar mehrere Versteinerungen, z. B. einen