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ruhig, verstimmt; man hätte mich beinahe für einen Knauser gehalten, weil ich mich weigerte, ein Buch zu verleihen, das meiner Mutter gehört hatte. Ein Einziger meiner Ca- meraden errieth mich, es war Edmund Roque, der mein Herzensfreund wurde.

»Diese Gesellschaft wird Dir nie behagen,« sagte er zu mir, als die klebrigen fort waren. »Du hast keine Jugend, armer Stephan; vielleicht wird sie in spätern Jahren kom­men. Für jetzt ist die Einsamkeit mit einem oder zwei Freun­den für Dich ein Bedürfniß. Sey vorsichtig in deiner Wahl, und vernimm ein Geheimniß, um deine Ruhe gegen zudring­liche Müßiggänger zu schützen; ich befinde mich sehr wohl dabei . . . Morgen,« setzte er hinzu, nachdem er die Stu­benthür in Augenschein genommen, »laß einen Arbeiter kommen, wenn Du nicht so geschickt bist, um es selbst zu verrichten. Ein Loch von der Dicke eines Federkiels muß in die Thür gebohrt werden. Du kannst sehen wer klopft oder anläutet, und bist für Jeden, der dein Freund nicht ist, nicht zu Hause. Die Sache ist sehr einfach; aber bedenke, daß die ganze Zukunft eines Menschen von einer so gerin­gen Vorkehrung abhängen kann.«

»Und der ganze Charakter eines Menschen,« antwor­tete ich, »gibt sich durch eine solche Vorsichtsmaßregel zu erkennen. Ich kann deinen Rath nicht befolgen?«

Edmund Roque war ein offener, gerader Charakter, der einem Freunde nie etwas übel nahm.

»Ich verstehe,« erwiederte er; »Du weißt, daß ich kein Egoist bin. Ich würde Dich vielleicht beneiden, wenn ich nicht wüßte, daß Du mir an Geist überlegen bist, so wie ich Dir an Charakter überlegen bin. Du hast aus Liebe zu deiner Mutter gearbeitet; von mir wirst Du sagen, ich hätte um