Wachs und Holzbüsten und auf andere Weise und in jedem Maß« stabe verewigt. Ja sogar auf Pfefferkuchen abgedrückt genoß man das komische Bild, das den Beweis lieferte, wie wichtig man unter gewissen Umstanden durch einige schwarze Lumpen in der Welt werden kann, wahrend so viele Lumpe mit aller Pracht ihr Lebenlang cs nicht vermögen/— Der Breslauer Fetzpopel lebte noch vor etwa 110 Jahren, und vor 60 Jahren ungefähr gab es auch in Glo- gau einen Fetzpopel, eine kleine verwachsene und häßliche Person, die beständig schwarzblau gekleidet ging, mit einem mächtigen Stabe in der Hand, und als ein wahres Hexenbild aus der dunkeln Kapuze hervorgrinsete. Vor 200 Jahren wäre sie auch ohne Zweifel als Hepe verbrannt worden.— Man nannte diesen GlogauerFetz- popel auch Zeloter, wie anderwärts in Schlesien nichtswürdige Weibsperson, vermuthlich aus dem polnischen czeladz, czeladka, das Gesinde, Gesindel.
Ueber der Kellerthür hangt die Abbildung des altern Schützenhauses im Werder an der Oder, das bei Anlegung der neuen Festungswerke in dieser Gegend von 1772 —■ 74 dort niedergerissen, und auf dem heutigen Platze erbaut wurde. Seit dem 16 . Jahrhunderte hat man die bürgerlichen Schießstatte viermal verlegt. Es sieht Nichts fest auf Erden.—- An der Thür sieht man rechts in einem Glaskästchen das Holzbild einer Marie mit dem Kinde, über ihm eine Pflanze mit einer otterähnlichen Wurzel, und an der Wand unten das Portait der berühmtesten Köchin des Kellers, als hier noch eine Speisewirthschast war. Man sieht, wie dankbar die alteren Feinschmecker das ihnen zusagende Talent zu ehren wußten. Spater trat die classische Wurst- und Karbestriezelzeit ein, die in der Nische der Kellertreppe ihr eigenes Stückchen Geschichte hat; in neuerer Zeit hat die Kellercultur sich dabei noch zu kalter Fleischküche erhoben. — Ueber jenem Portrait hangt eine der Tafeln mit alten Vorschriften, deren mehre abhanden gekommen. Auf dieser heißt es:
| Oer Liellcrordnung ist ausdrücklich cinverlcibt & Oer Einnahmtisch dem lAmbt alleine billig bleibt. 3
| Doch wem die Gunst geschieht ein Trunk da ;u genüssen I Oer rühre za nichts an, sonst muss er solches büssen.
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Ueber der Tafel sieht man das Bild I. G. Lengefelders, des ältesten emeritirten Schänken des Kellers, im 59. Jahre seines Alters gezeichnet. Er starb im andern Jahren den 24 Juni 1805. Das Bild seines Collegen Schaumburg, dessen Sohn noch lebt, ist verloren. Links hangt noch eine alte Casse mit dem Stadtwappen und

