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rein auffafsen, jedes Verdienst anerkennen, jedes Guten sich freuen, und immer weiter im Guten kommen. Wo aber einmal Leidenschaften Haß und Neid, Stolz und Eigendünkel, Ehrsucht und Rechthaberei) u. s. w. gebletherisch herr­schen ; da hat man keinen Sinn mehr für die Vor­züge der Andern, wenn gleich diese Vorzüge je­dem Unbefangenen beym ersten Anblicke in die Au­gen fallen; was sie reden, wird als Thorheit, oder gefährliche Neuerung ausgerufen, und ihre offenbar guten Handlungen werden ent­weder aus schändlichen Absichten oder aus den unreinsten Quellen hergeleitet.

Wer über sein Herz nicht wachet, sondern aus unverzeihlicher Sorglosigkeit, aus Abneigung gegen Kampf und Selbstverleugnung dieser oder jener Lei­denschaft ungehinderten Eingang in dasselbe gestat­tet, der verliert unmerklich seine Frey- heit, so daß er am Ende nicht mehr an­ders, als nach dem Willen und im Geiste der Leidenschaft handeln kann, die ihn wirklich beherr­schet: getrübt und geblendet wird sein Auge, daß er die Wahrheit nicht mehr sehen; immer kraftloser wird sein Wille, daß er den Besitz der Tugend beynahe nicht mehr erringen kann: immer fester seht sich die Leidenschaft in seinem Herzen an, daß ihm selbst seine Verblendung

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