zuwenden, suchten sie Ihn selbst verächtlich zu machen, und alles, was Er that, falsch und lieblos zu beurtheilen. — Heilte Er Kranke, so schrieben sie diese Heilung einem geheimen Einverständnisse mit dem Teufel zu — wie uns das heutige Evangelium beweiset; gab Er sich Mühe, einen Sünder auf bessere Wege zu bringen, so mußte Er — nach ihrer Beurtheilung — selbst der größte Sünder seyn. —
So handeln Leidenschaften! — Sie gerochen auf die widersinnigsten Gedanken; wenn sie das Gute einer Handlung, das zu klar am Tage liegt, nicht leugnen können, suchen sie es wenigstens zu verunstalten, oder die Aufmerksamkeit der Andern von demselben abzulenken. —
Aber die Leidenschaft wird in ihrem Fortgange immer schädlicher, immer liebloser und ungerechter. Jesus Feinde waren damit nicht zufrieden , daß sie Ihm manche bittere Stunde machten, und manche schöne, gute Folge Seiner Thaten vereitelten; durch Ihn wurde ihr Ansehen zu sehr verdunkelt; um dieses zu retten, mußte alles versucht werden, Ihn aus ihrer Mitte wegzuschaffen. —
Wir hörten, wie sie Ihn zum Tode verdammten, und welche Klagen sie wider Ihn vorbrachten vor jenem Richterstuhle, wo sie ihr Todesur-

