62

vielmehr beständige Furcht vor dem, der Leib und Seele in die Hölle stürzen kann!"

Menschenfurcht hat diesen Jesus, über den man nichts Todeswürdiges sagen konnte, zum To­de verurtheilt;. Er aber schweigt, wie Er vor Kaiphas und Herodes, und unter Spott und Mishandlungen geschwiegen hatte; Er bedauert den schwachen Richter, und all seine Feinde/und hatte weinen können über ihre Verblendung, wie Er schon ehemals über Jerusalem weinte.

Er war der ewige Sohn des ewigen Vaters: durch Ihn wurde alles geschaffen, durch Ihn alles lebendig, was Leben hat: und nun ist das Todes- urtheil über Ihn ausgesprochen! Er gab Freu­de und Wohlseyn, Trost und Hilfe seinen Brüdern, und führte manchen Kranken von dem nahen Ran­de des Grabes zurück: und nun soll Er nach der Foderung des undankbaren Volkes als Missethäter am Kreuze sterben!

Aber das war des Vaters Wille.So hat Gott die Welt geliebt, daß er Sei­nen Eingebohrnen für sie hingab, da­mit alle, die an Ihn glauben, nicht ver­derben, sondern ewigesLeben haben." Der Sohn der Gottheit wurde geopfert, weil Er wollte; und Er wollte, weil ihm das Heil und die Seligkeit seiner Brüder lieber war, als