nieder; nur Sanftmuth und Liebe kann ihn aufrichten.

Und Thomas selbst sey uns ein warnendes Bey- spiel, daß wir nicht gleich verwerfen, was wir nicht begreifen, daß wir nicht immer unfern Zweifeln nachhangen, sondern voll Demuth und Vertrauen um Licht von Oben bitten, und un- . ter redlichem Forsten nach Wahrheit die Stunde geduldig abwarten, wo das Licht der Er- kenntniß schkn und hell auch uns aufgehen wird.

Wir sind nun einmal nicht im Lande des Schauens, sondern des Glaubens; und wer redlich glaubt, dem kann sich einst die Wahrheit, die nur bey Gott zu Hause ist, schöner ent­hüllen, als dem, der ein selbstgemachtes Bild der Wahrheit auf den Altar seines Her­zens setzet, und es anbethet. Das seycn die Grundsätze, die uns an jeder Klippe des Zwei­fels glücklich vorüber leiten sollen.

Bald darauf war Thomas wieder dabey, als sich Jesus abermal seinen Jüngern zeigte.

Es waren nämlich Petrus, Thomas und Nathanael, die Söhne des Zebedaus, und noch zwey andre Schüler beysammen. Da sprach Petrus:Wir wollen doch einmal wieder auf den Fischfang ausgehen." Das ge-