142

den tauglichsten halt, zur Erreichung unsrer irdi­schen Absichten, oder zur Ausführung unsrer Ent­würfe beyzutragen?

Als gutmüthige, für Wahrheit em­pfängliche Menschen schloßen sich die meisten Jünger an Jesus an, zumal Einige derselben schon durch den Täufer Johannes dazu aufgefodert wa­ren. Sie hörten die schönen Lehren, und sahen die auss rordentlichen Thaten ihres Meisters; und freuten sich immer mehr, Ihn gefunden zu haben, und immer deutlicher und.. gewisser wurde es ihnen, daß Er der schon längst verheissene Retter, der so sehnlich erwartete Messias sey. Weil sie aber auch nicht die rechte, wahre Vorstellung von dem Reiche dieses Messias hatten, weil sie mit all ihren Zeitgenossen glaubten, er werde den Thron seiner Väter besteigen, und das Volk Israel zum ersten Volke der Erde machen; so dachten sie auch auf irdische Vortheile, die sie durch Jesus erhalten könnten, und eigennützige Selbstliebe ver­band sich uüvermerkt mit der Anhänglichkeit und Liebe, die sie gegen Jesus hatten.

So weiß sich das Irdische mit seinen Reizun­gen auch bey guten Menschen einzuschmei­cheln! So anziehend sind die Güter der Erde, so reizend für unsre Sinnlichkeit, daß es äußerst schwer hält ,,den Wunsch nach denselben nieder zu drücken,