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Stammbuchs-Verse.

164.

Hände küssen, Hüte rücken,

Knie beugen, Häupter bücken, Worte färben, Rede schmücken, Glaube, Freund, ist Gaukelei, Und das Her; fühlt nichts dabei.

166.

Wo das Glück nickt will,'

Hilft die Kunst nicht viel.

166.

Wenn Du jedwedem Urtheil trauen Und Dich nach allem richten willt,

Was diesem schmeckt, und jener schilt,

So mußt Du endlich Disteln kauen.

167.

Ja, Freundschaft, Du schmückest unser Leben.'

Und würdest Du uns nicht gegeben,

So wünscht' ich nicht ein Mensch zu sein,

Du bist die Quelle wahrer Freuden,

Selbst in den allerschwerstcn Leiden,

Weiß uns Dein Zuspruch zu erfreuen.

Stürzt von der Noth geheimen Schmerzen Ohnmächtig die Vernunft zurück,

Und ist kein Trost mehr in dem Herzen,

So tröstet doch des Freundes Blick.

168.

Ein Mädchen, wie ein Engel,

Ein Landgut, wie ein Schloß,

Zehn Keller ohne Mängel,

Ein zugerittenes Roß!

Dies alles, und noch mehr, Herr Bruder wünsch ich

Dir,

Und daß Du den Gebrauch davon erlaubst auch mir.