ö{N ET EESHEETEENENEIEEEN.

werden ſollen. Bei jeder heil. Meſſe haben 36 Arme Knaben für die Seele der Stifterinn zu beten, wofür einem jeden der— ſelben 15 kr. dargereicht werden ſollen.|

Entſtehülig der Univerfitat, und Lehrgegen: ſtaͤnde.

Der große Zulauf der Innglingé in die Schule bei St. Stephan, und der Mangel des Unterrichts in den höhern Wiſ­ſenſchaften, um mit denſelben die Wißbegierde der Jugend zu befriedigen, haben den Herzog Rudolph IV. und feine Brüder Albert III. und Leopold III. bewogen, mit Bewilligung des Papſtes Urban V.„), nach dem Muſter der Univerſität zu Paris auch eine ausgebreitetere Schule in Wien zu errichten, ſie nebſt den beſtandenen Lehrſtühlen der freien Künſte mit Kan— zeln der Theologie, der Arznei, der bürgerlichen und geiſtlichen Rechte, zu verfehen, ihr befondere Freiheiten zuzueignen, und zur Bequemlichkeit und Ruhe der Lehrer und der Studierenden eine Gegend vom Burgtööre an, bis zum Schottenthore einzu— räumen**). Das Diplom vom. März 1365, welches von Rudolph und feinem Brüdern unterſchrieben iſt, enthält| fol gende weſentliche Freiheiten und Begüuſtigüngen: Daß die Stu­dierenden das Varrecht haben, inn den in der ausgezeichneten und mit Mauern umgebenen Gegend befindlichen Häuſern zu wohnen***);p fie und ihre Lehrer nnd Diener von aller Abgabe befreiet, und allein ihrem Reftor und Kanzler,(welcher der Vorſteher der St. Stephans Kirche ſeyn ſoll), mit der os richtsbarkeit unterworfen ſeyn ſollen; daß Niemand ohne Er­laubniß des Rektors Bücher kaufen, oder zum Pfande anneh—

*) Die Bulle iſt vom 49. Juni(CIII. Kalendas) 1365 aus Avignon dadirt, und um einige Monate ſpäter, als das Diplom des Herzogs. Dieſelbe bewilliget die Kanzel der geiſtlichen und bürgerlichen Rechte. +*) Nach Laz und Abermann ſoll König Sttokar von Böhmen die Schulen an die Stadtmauern der neuen Burg geſetzet haben; der Conspectus Universitatis Viennensis, und Herr CGolland, ſchreiben dieſes Al­bert II. zu. +4) Es war die Gegend von Feiner) Burg an, bis zit dem Schottenthore, und ſchloß die in der damaligen Hochſtraſſe und Schaufellucken gelegenen Häuſer, Wein- und Obſtgärten ein.