Jahr vorher nistete. Auch Säugethiere haben diese Fä­higkeit. Der Hase sucht oft in meilenweit entlegenen Forsten sein Weibchen auf und kehrt nach jedem Be­suche in seine Heimath zurück. Tie Jäger erkennen an der Erhabenheit der Stirnhügel die Tüchtigkeit ihrer Jagdhunde. Ueberhaupt ist den Hunden diese Fähigkeit in hohem Grade von der Natur verliehen. Gall erzählt ein Beispiel von einem Hunde, der im Wagen von Wien aus bis an die See, von da zu Schiffe bis London ge­bracht wurde, bald aber von da an die See zurücklief, dort auf ein Schiff wartete, bei einem Manne sich ein- schmeichelte, der ihn mit nach Mainz nahm, von wo aus er (so wie ein zweiter von Petersburg aus) nach Wien zurück- kam. Daß diese genaue Kenntniß keiueswegeö nicht bloß vom Gerüche abhängen könne, dem man es bei den Hunden gewöhnlich zuschrcibt, ist doch Wohl einleuchtend.

Ein merkwürdiger Beleg zu der Existenz dieses Ortssinnes sind auch die Taubenbliefpvsten. Ver­mut hlich orientireu sich diese Wanderlhiere durch den Auf- und Untergang der Sonne, durch Winde und durch den Lauf der Flüffe. Wenigstens ziehen die Schwalben auS der Gegend von Wien (lim den 28. September herum) jedes Jahr über die Donau hinab und verfolgen ihren Weg bis nach dem Orient, wo sie, wie andere Zugvögel, weder singen, noch brüten, son­dern sich so lange ganz ruhig verhalten, bis der Wan- derungötrieb wieder in ihnen erwacht, und sie daun ihre Rückreise wieder antreten.

e) Das Organ des P e r s o n e n s i n n e s ist eines der unbedeutendsten, gewiß aber setzt die Fähigkeit der Menschen und Thiere, sich unter einander unter­scheiden zu lernen, und ein Individuum vor dem an­dern zu erkennen, eine eigene Anlage voraus, da es viele Menschen giebt, die (wie Gall selbst) bei einem sonst sehr scharfen und richtigen Blicke entweder gar