beln sehr auszeichn eil soll. Gall gnieth zuerst diesem Organ auf die Spur, als er den 13jährigen Knaben eines Schmiedes zu St. Pölten untersuchte, der wegen seines stüpenden Zahlensinnes bekannt wurde, und drei Reihen Zahlen, deren jede aus elf Ziffern bestand, mit eben der Schnelligkeit, wie sie ausgeschrieben wurden, merken, und im Kopfe alle Rechnungsoperationen damit vornehmen konnte. Nachher beobachtete er diese Fähig­keit und deren Ausdruck am Schädel bei dem Appella- tionsrath Mantelli in Wien, der neben einem erstaun-- lichen Zahlensinne auch ein bewunderungswürdiges Ge» dächtniß besaß, indem er fast alle in den kaiserlichen Landen ergangenen Gesetze auswendig wußte. Andere Beobachtungen und Erfahrungen bestärkten Gall in die­ser Entdeckung, indem er z. B. in Wien einen Wahn­sinnigen untersuchte, der unaufhörlich von 1 bis 99, aber nie weiter zählte, sondern immer wieder von vorn anfing, und dieses Organ sehr merklich besaß. Ein Apo­theker, Rebhan, in Wien, fühlte allemal zum neuen Jahre, wo er seine Rechnungen machen mußte und ein Kausmann Stock, bei Fertigung, der Meßrechnungen einen Schmerz an der Stelle, wo der Zahlensinn sitzt. Dieses Organ geht übrigens den Thieren ganz ab und ihre Schädel sind daher vorn nicht so breit, als der menschliche. Der Schädel der Affen z. B. ist an der Stirn eiförmig abgerundet, der menschliche hingegen mehr eckig.

e) D a S Organ des WortsinneS oder des eigentlichen Gedächtniffes, sitzt über dem obern und hin­tern Thril der Augenhöhle und äußert sein Dasein da­durch, daß eS die Augen nieder- und vorwärts drückt, und die sogenannten Glotzaugen verursacht. Wem Kie­les Organ zu Theil geworden ist, der lernt leicht aus­wendig, und man findet es an vielen der berühmtesten Schauspieler, z. B. an Jfflaud und an der gewesenen