ferner, wo es sich nach Krankheiten einstellt, da ist die Uebung daS allerbeste Gegenmittel, wie denn ein gutes Gcdächtniß der Kinder sehr oft eine Folge von anhal­tender Uebung im Auswendiglernen ist. Man hüte sich aber vor den Gcdächtniß stärken sollenden Arzneien, Geisten und flüchtigen Balsamen der Zeitungsmänner und Quacksalber, die entweder an sich schädlich werden, oder durch unzeitige und unschickliche Anwendung gro­ßen Nachtheil bringen können."

Hoffmann urtheilt über denselben Gegenstand: Endlich glaubt man in gewissen Arzneisubstanzen eine deutliche Wirkung auf das Gcdächtniß, und daß sie das­selbe stärken, gefunden zu haben. Die Arzneikörper, welche diesen Ruf sich erworben haben, gehören sämmt» lich zu den nerven- und gehirnreizenden Mitteln, wie z. B. Maiblumen, Majoran, weiße und schwarze Nieß- wurz, Wohlverleih, Bertramwurzel, Meerzwiebeln, Kam- pher. Auch wird der Senf sehr empfohlen. Man nimmt täglich, eine Stunde vor dem Mittagsessen, y 2 Thee- löffel voll weißen, klaren Senf in irgend einem guten Wein ein, wodurch ein kalter Magen wohlthätig er­wärmt und gestärkt wird, da bekanntlich der Magen bei allen Menschen die Stelle des Gedächtnisses vertritt, wenn er sie, so oft sie es bedürfen, erinnert, Speisen und Getränke zu sich zu nehmen. Solchen Leuten würde noch außerdem sehr viel damit geholfen sein, wenn sie sich sieißig bewegten, nicht zu lange schliefen, den Magen nicht überladeten, viel auswendig lernten und den Genuß von Käse, Kohl und Bohnen zu ver­meiden suchten. Außerdem benutzt man auch gegen Gedächtnißschwäche geistige Einreibungen am Kopfe, be­sonders in der Schläfenbein - und Angenbraungegend, sowie endlich kaltes Waschen, besonders des Hinterhaup­tes. Ob besondere Arzneimittel besondere Wirkungen auf einzelne geistige Fakultäten haben, ist wenigstens