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Wie lernt man denken?

Emsig und sorgfältig muß der Mensch Alles um sich her und in sich beobachten, es richtig auffassen und zur Einheit in seinem Bewußtsein verbinden. Was er sieht und was er hört, was er fühlt und was er em­pfindet, das muß er zergliedern, seine Bestandtheile er­forschen und es als Ganzes betrachten. Er frage sich immer, was und woher ist es, und was wirkt es? Bald denke er eine Eigenschaft hinweg, bald setze er eine andere hinzu, und frage sich dann, was der Ge­genstand nunmehr ist, und was er für Wirkungen her­vorbringt?

Regeln und Maximen, welche man beim Denken zu befolgen hat.

Das, was man durch das Denken hervorbringt, muß astgcmein sein und Jeder muß seine Zustimmung dazu geben können. Es muß den Beifall aller Derer erhalten können, welche vernünftig denken, ein edles Herz im Busen tragen, und welchen die Wahrheit über Alles theuer ist. Wenn ein Erzeuguiß der Gedanken allgemein sein kann, so verletzt cs Niemandes Recht und Würde, im Falle es ausgeführt wird. Die Wahr­heit ist allgemein, wie das Recht, und wer für sich ei­nen Bortheil behielte, den er dem Andern in densel­ben Verhältnissen und in der nämlichen Lage abspräche, der wäre im Irrthnm. Was der Mensch denkt, das muß rein menschlich und edel sein, und was ich mir zuschreibe, dem müssen Andere ihre Zustimmung geben können. Der allgemeine Beifall aller redlichen und vernünftigen Wesen ist ein eigenthümlicher Charakter des richtigen menschlichen Denkens.