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Erste Abhandlung.

und Schönheit. Streben nach diesen beiden letzter«, nach Erken ntniß, Ausbildung des Geistes, nach schöner Gestaltung des Innern, Bildung des Herzens sind somit auch die vornehmsten Wege, auf denen die Liebe erreicht, bewahret und erweitert wird. Erkenne Gott, bilde dir ein wahres Bild seiner Majestät in dein Herz, und die Liebe zu ihm wird sich in dir unwiderruflich entzünden. Aus der Liebe gegen Gott entsteht die Liebe gegen den Nächsten. Wer Gott wahrhaft liebt, will auch, daß er von jedem Menschen er­kannt, geliebt, gelobt und geehret werde; nun wollen, daß alle Menschen Gott erkennen, ihn lieben, ihm dienen und ihn ver­herrlichen, ist in dem Grunde die wahre Nächstenliebe. Der heilige Augustin sagt:wer den Nächsten wahrhaft liebt, muß suchen, ihn dahin zu bringen, daß dieser auch Gott aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und aus ganzem Gemüthe liebe". 4Die Liebe Gottes", schreibet eben dieser heilige Vater in dem 68. Psalm, gestattet dem Liebenden bei dem Bösen, welches er steht, keine Ruhe; er will es bessern; kann er es nicht, so duldet er es nur seufzend". * Sehr unempfindlich ist derjenige, welcher sich nicht beleidigt findet, wenn man in seiner Gegenwart etwas ihm Miß­fälliges thut: ist er dadurch beleidiget, so wird er böse, wird er böse, so rächet er sich; denn die Rache ist die Wirkung des Zor­nes. Ist man also bei der Beleidigung Gottes kalt und un­empfindlich, so ist es ein Zeichen, daß man dadurch nicht beleidiget ist; ist man nicht beleidiget, so mißfällt sie nicht; mißfällt sie nicht, so ist sie nicht wider unfern Willen, folglich wird sie uns eigen". * (Worte Tertullian's.) Wer Gott wahrhaft liebt, setzt seine Ruhe, seine Güter, seine Ehre und Leben aus, um

4. Quisquis recte proximum diligit, hoc cum eo riebet agere, ut etiam ipse toto corde, tota anima, tota mente rliligat Deum. Sic enim euin ddigens tanquam se ipsum, totam dilectionem sui et illius refert in illam dilectionem I)ei. 8. August. Lib. de doctr. christ. cap. 22.

5. Quis comeditur zelo domus Dei? (^ui omnia, quae forte ibi videt perversa, satagit emendare, cupit cori'igere, non quiescit: si emendarc non potest, tolerat, gemit. S. August, in Psal. 68.

6. Stupidissimus, qui non offenditur facto, quod non amat fieri, quando offensa comes sit frustratae voluntatis; aut si offenditur, debet irasci: si irascatur, debet ulcisci; nam et ultio fructus est irae, et ira debitum offensae, et offensa, ut dixi, comes frustratae voluntatis. Sed non ulciscitur; ergo non offenditur; sed non offenditur; ergo non lae- dilur voluntas ejus, cum fit, quod fieri voluit, et fit delictum secundum voluntatem ejus. Ter tu 11. Lib. 1. cont. Marc. cap. 26.