Vordericht. f
sen, oder blos stellenweis zu verändern. Zu diesem wurde noch eine große Menge neuer Lieder ausgenommen, theils die weggelassenen alten zu ersezen, theils Lieder von dem unentbehrlichsten Inhalt zu ergänzen, theils der Gleichgültigkeit gegen das Gewohnte, und durch den langen Gebrauch abgenuzte Alte, und der Gedankenlosigkeit unter dem Singen abzuhelfen; theils, besonders dem Heranwachsenden Theil der Gemeine, die Vortheile der verbesserten deutschen Dichtkunst nicht langer vorzuenthalten, deren man in den heutigen Gesangbüchern die Lieder zu verdanken hat, welche mit der Richtigkeit, Wahrheit und Starke der Gedanken zugleich Simplici- tat und Klarheit des Ausdrucks verbinden, die großen, wichtigen, herzerhebenden Religionslehren in ihrer eigenthümlichen Gestalt und Kraft darstellen, und uns das, was die Religion Grosses und Wohlthatiges hat, lebhaft fühlen lassen, und daher geschickt sind, gottselige Gesinnungen und fteywillige Entschließungen zum Glauben und Gehorsam gegen Gott zu erwecken und zu verstärken.
Cs wird aber vornehmlich auf den rechten Gebrauch der Lieder ankommen, wenn sie diesen großen Nuzen haben sollen. Was helfen die erhabensten Lieder von Gott und seinen Eigenschaften, von der Schöpfung und Vorsehung, was die feurigsten Lob- und Danklieder, wenn nicht durch ihren Gebrauch unsre Kenntnisse von dem Wesen Gottes, von seinen Werken und ihrer Vortrefflichkeit undUnentbehrlichkeit wirklich belebt, unsre religiöse Gesinnungen gegen ihn gestärkt, unsre Herzen von der Bewunderung sei-
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