Von Gott. 3
leben. Du wirst mir dann in jeder noth Hier reichen trost und nach dem tod Einst himmels- wonne geben.
3) M. Herzlich lieb Hab ich dich, o Herr!
M>eh dem, der laugnet, daß du bist, Unendli- cher! sein leben ist Ihm leer von reiner freu- de. Sein wilder, lasterhafter blick Sehnt sich umsonst nach wahrem glück, Umsonst nach trost im leide. Die lust zu guten thaten flieht Vor dem, der seinen Gott nicht sieht. Nie fühlet sich sein geist erfreut Von wonne der Unsterblichkeit. Gott, unser Gott! Wie jammervoll, wie fürchterlich Wird unser leben ohne dich!
2. Wenn du nicht bist, wer tragt und halt, Und wer regieret denn die welt? Wer sorgt auch für mein leben? Zu wem soll sich mein lobge- sang, Daß ich einst ward, zu wem mein dank, Daß ich noch bin, erheben? Verhängnis; oder ungefähr War dann mein Gott; und blind ist i der! Auch war Vernunft und freyheit spott, Und schreckenvoll war einst mein tod. Gott! wahrer Gott! Wie graunvoll wird mir deine welt, Wenn deine macht sie nicht erbalt!
3. Kann ohne dich ein glück erfreun, Für mich ein gut auf erden seyn, Und kann ichsftoh genies- sen? Was hilft mir freyheit und verstand? Jsts keine wohlthat deiner Hand, Was nüzt em gut gewissen? Gott! ohne dich erfreun sie nie. Ein traumbild, ein gedieht sind sie; Die erd ist finsterniß, kein licht Stralt her von deinem angesicht. Kein schuz ist da; Auf tugend wartet dort kein lohn, Hier ist ihr erbtheil schwach und hohn.
4. Ach,wüßt ich keinen Gott, wohin Wolltich vormeinen feinden fliehn? Wem klagt'ich ihr ver-
bre-

