I. Kapitel.

Schon in den ältesten Zeiten war es Volkssitte, sich zu baden, wie uns die Geschichte von den alten Indiern, Persern, Hebräern, Aegyptern rc. erzählt; Waschungen und Bäder wurden damals wie noch jetzt im Oriente durch Religionsgesetze vorgeschrieben. Mo­ses, den Pharaos Tochter fand, als sie zum Baden gieng, schlug die Wichtigkeit des Bades so hoch an, daß er dessen Gebrauch als eine der äußern Religions­übungen bei den Hebräern einsetzte, wobei er ohne Zweifel im Auge hatte, sein Volk von den im Morgen­lande so verbreiteten Hautkrankheiten zu bewahren. Die Griechen erbten diese Sitte von den Aegyptern, und jene waren es, welche die regellose Anwendung der Bäder in eine kunstgerechte umwandelten, den Gebrauch in Verbindung mit Friktionen und Einreibungen zur Erhaltung, Stärkung und Wiederherstellung der Ge­sundheit empfahlen und über den Nutzen und Schaden der Bäder zu belehren suchten.

Durch griechische.Aerzte wurden die Römer veran­laßt zu baden, und der römische König Tarquinius Priscus war der erste, der zu Rom Badeanstalten er-

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