Ach. was Sie mir mittheilen, ist mir ein neues, aufrichtendes Glück, Gott sei Dank dafür! O lieber Later, hättest Du doch dieses noch erlebt.

Marie, sagte mein Vater noch kurz vor seinem Ende, ich glaube fest, unsere Herrschaft werde deine Unschuld noch einmal erkennen und dich aus der Verbannung wieder zu- rückrufen. Versichere dann dem edlen Grafen und seiner Ge­mahlin, daß mein Herz voll Dankbarkeit und Verehrung ge­blieben sei.

Die Gräfin Amalie setzte sich aus den Stein nieder und sagte: Marie, liebe Marie, setze Dich neben mich; ich mag noch nicht vom Grabe Deines Vaters scheiden; sein Segen schwebt hier über uns und um uns.

Sie sprachen mancherlei mit einander. Marie fragte: Wie sind Sie denn, gnädige Gräfin, hierher gekommen?

Wir machten Besuch auf dem benachbarten Schlosse, das einem Freunde meines Vaters gehört. Als die Herren gestern jagten, machte ich einen Spaziergang hier. Die Tochter des Schloßverwalters begleitete mich. Wir gingen durch das Dorf, die Thüre des Kirchhofes stand offen. Weil ich die Inschriften und Reime auf den Grabmälern gerne lese, so trat ich herein. Das Mädchen sagte: Nun will ich Ihnen das Grab eines armen Mannes zeigen, das die Liebe seiner Tochter stets freundlich und hübsch verziert. Sehen Sie dort im Schatten der Tanne den Rosenstock und das Blumen­körbchen. Ich trat hinzu und blieb wie versteinert stehen; denn ich erkannte das Körbchen als eine Arbeit Deines Vaters. Ich betrachtete es mit Zittern näher, erkundigte mich nach dem Entschlafenen und erfuhr, was ich längst hätte gerne wissen mögen, Deinen Aufenthalt auf dem Tannenhofe. Heute Abend wandelte ich wieder hierher und traf Dich, liebe Marie. So hat das Blumenkörbchen unter Gottes Leitung uns hier am Grabe Deines verklärten Vaters wieder zusammengeführt.

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