22 Aktiengesellschaft Adamsäpfel.

Venedig-Mailand (keine Zinsen, nur Dividende); W,

Wien-Gloggnitz, 4%. W.

Wilhelmsbahn (Cosel-Oderberg), 4%; Priorit. 5%; B -

lieber die verschiedenen Bankactien werden wir bei Erwähnung der Banken in den Artikeln über die betreffenden Handelsplätze das Nöthige sagen.

Aktiengesellschaft, s. den vorstehenden Artikel und Handelsgesellschaft.

Actienrechnung , s. Rechenkunst, kaufmänNische.

Aktiva heißt der gesammte Besitz einer Person, namentlich eines Kaufmanns, einer Handelsgesellschaft re. Sie bestehen bei einem Kaufmanne namentlich in baa- rem Gelde, Werthpapieren (Wechseln, Staatspapieren, Actien re.), vorräthigen Waaren, Handlungs- oder Fabriksutensilien, außenstehenden Forderungen und Grund­stücke, wenn er diese besitzt, wozu auch die Haushaltungsgeräthschasten, Möbeln, Pretiosen, Silbergeschirr re. gerechnet werden, obgleich diese bei Ermittelung des Vermögensstandes eines Handlungsgeschäfts gewöhnlich nicht mit ausgenommen wer­den. Den Aktiven sind die Passiva oder die Schulden, die Jemand hat, entge­gengesetzt, und der Ueberschuß der Summe sämmtlicher Aetiven über die der Passiven ergiebt den wirklichen Besitzstand oder das Vermögen. Betragen die Activa weniger als die Passiva, so ist das Vermögen weniger als nichts, oder es ist Zahlungs- unfäbigkeit. Insolvenz vorhanden. Die Zusammenstellung der Aktiven und Pas­siven eines Geschäfts nennt man die Bilanz (s. d. u. Buchhaltung).

Active Schuld wird in manchen Ländern diejenige Staatsschuld genannt, welche verzinst wird, zum Unterschied von der passiven oder unverzinslichen Schuld. Activhandel, s. Handel.

Activschulden werden zuweilen, jedoch unrichtig, die außenstehenden Forde­rungen genannt.

Adamsäpfel oder Paradiesäpfel, von den Juden hebräisch Esrogim genannt, die Früchte einer in Ostindien einheimischen und in Europa besonders in Sicilien. Calabrien, der Gegend von Genua und in Montenegro wachsenden Abart des Citronenbaumes, Litrus meckioa Cedra. Sie hat ohngefähr die Größe einer Eitrone, ist oval oder etwas birnförmig und gelb oder grün von Farbe, mit einer dicken, meist unebenen Schale, die einen oder mehrere tiefe Eindrücke hat, als ob Jemand mit den Zähnen hineingebissen hätte. Nach den Satzungen der jüdischen Religion ist es die Frucht, von der Adam im Paradiese auf Eva's Rath gegessen hat, und die Juden brauchen sie daher noch jetzt zu gewissen Eeremonien beim Laubhüttensest. Dazu muß die Frucht aber eigentlich ganz koscher sein, d. h. sie darf nicht den geringsten Flecken oder sonstigen Tadel und muß eine schöne Form und glatte Schale haben; sie muß ferner gehörig reif und der Einbiß recht natürlich sein, auch muß sie eine kleine Krone haben und der Stiel nach oben gebogen sein. Solche Früchte werden von reichen Juden oft mit mehreren Thalern das Stück bezahlt, da ihr Preis, je nachdem sie gerathen sind, sehr verschieden ist. Man bezieht sie besonders aus Livorno, Genua, Nizza re. in Kisten von 190 bis 200 Stück, in denen jedes einzelne Stück sorgfältig in Papier und Werg eingepackt und mit Bindfaden umschnürt ist. Auch bei der Einsammlung muß nach einer gewissen Vorschrift verfahren werden und daß dies geschehen ist, durch ein jeder Kiste beige­fügtes Zeugniß des am Erzeugungsorte wohnenden Rabbiners bestätigt sein, wenn die Waare für koscher gelten soll. Zu jedem Apfel werden noch einige kleine grüne Zweige von einer Art Weide, welche Eh ödes heißen, mit in die Kiste gelegt, auch gehören noch grüne oder trockene Palmenzweige, Lull es, dazu, die jedoch gewöhn­lich besonders verkauft werden. Man muß die Adamsäpfel mit der Post kommen lassen und dafür sorgen, daß sie zur rechten Zeit vor dem Laubhüttenfest ankommen, denn sie halten sich nicht lange und sind dann höchstens zur Benutzung der Schale als Citronat zu brauchen, werden aber auch dazu nicht gern genommen. Man muß sie in einen guten frischen Keller bringen und wenn sie bei warmer Witterung gekommen