84

Und wieder auf die Kirche wards gebaut,

Die sie erniedrigt zu des Reiches Dirne

Sie, die noch jung, als unbefleckte Braut Zuerst vom Henker abgewandt die Stirne!

Die Heil'ge ruft:Nicht will ich Blut und Tod!" Waren sie fromm, sie hörten ihr Gebot Herunter von des Oelbergs Firne.

Nur Einer lebt: er rauscht in Waldespracht Wie in des Saatfelds goldenschwerem Glanze.

Er sprengt das Eis und scheucht des Winters Nacht, Er haucht den Frühling und es lebt die Pflanze, Es spielt das Thier in goldner Sonnenlust,

Es drückt das Weib den Säugling an die Brust;

All Leben webt sich Ihm zum Kranze

Er zieht zurück den Hauch und seelenlos Zerfällt des Leuen Kraft, der Baum im Laube, Der müde Mensch sinkt in der Erde Schoost, Andern Lebcnd'gen wird sein Leib zum Raube. Ans Ohr schlägt Euch im Wetter Sein Gebot: Bei Mir allein steht Leben oder Tod,

Bei Euch nicht, die Ihr selbst von Staube.