249
979 -
Das Gemüth allein enthält in sich des Schonen und Erhabenen Quelle; hier sitzen die Grazien Hand in Hand als oberste Gebieterinn! Hier thront die himmlische VenuS, ladet die Seele zu nie verwelkenden Freuden ein! Ja, im Gemüthe allein liegt das ganze Wesen des Menschen.
980 .
Das Verlangen nach einem guten Namen, nach Beifall und Ehre, ist dem Menschen, dem weiblichen Geschlechts wie dem männlichen, eben so natürlich, als das Verlangen nach Vollkommenheit und Glückseligkeit. Der Trieb nach Ehre bleibt also so lang eine natürlich gute Triebfeder zu löblichen Handlun- gen, als er auf wahre Verdienste gerichtet, unddurch Demuth und Bescheidenheit in gehörigen Schranken gehalten wird.
981 .
Junge Leute sollte man gewöhnen und lehren, daß sie sich vor Tadel und Argwohn weit mehr als vor Lästerungen und Gefahren fürchten sollen. Cato pflegte zu sagen, er liebe die Jünglinge, welche er- röthen, weit mehr, als die, welche erblassen.
982 .
Das einzige wahre Amt der Philosophie ist, uns den richtigen und verhältnißmäßigen Werth derDin-
gk zu lehren; uns zu lehren, dauerhafte Vortheile
*

