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scheidung würden gewagt haben. Eins weiß ich gewiß, Carl, daö ist: wenn ich auch keinen verliebten Gatten abgeben werde, so werde ich doch wenigstens ein gutmüthigcr scyn. Ich schmeichle mir, bis jetzt keinen großen Mangel, weder an Menschlichkeit noch an erträglichen Sitten gezeigt zu haben; und glaube, daß ein Mann von dieser Art ein Weib weit wahrscheinlicher glücklich macht, als derjenige, welcher alles auf romantisches Entzücken berechnet, und ein viel zu exaltirter Liebhaber ist, um sich bloß mit Zufriedenheit zu begnügen. Wenn die Männer im Allgemeinen zu viel von ihren Ehen erwarten, so opfern sie lächerlicher Weise alles dasjenige Glück auf, welches die Verbindung in der That zu gewahren vermag: statt eine vernünftige Ruhe zu erwarten, verlangen sie fordaurende stürmische Entzückungen, und wenn sie in ihren Weibern nicht etwas mehr, als Göttinnen, finden, so mei- nen sie, daß sie etwas weniger, als Menschen, seyn müssen. Eben so sehen die Weiber nach der Verbindung so sehr auf schw^mierische Liede, als vor derselben: an den berauschenden Kelch ekelhafter Schmeichelei gewöhnt, halten sie sich in der That für die Wunder, für welche wir sie ausgeben; es scheint ihnen unmöglich, daß wir im Geringsten in der tiefen Anbetung Nachlassen sollten, durch welche sie lange Zeit hindurch ausgezeichnet worden sind. Da beide

