erwachet, wo Sünde und Verführung nicht mehr ist, wo ewige Gerechtigkeit wohnt.
Betet bei dieser beständigen Wachsamkeit zugleich anhaltend und inbrünstig. Jeder Gedanke der Achtsamkeit auf Euch selbst, im Auf- schauen zu Gott, ist schon ein Gebet; jedes Gebet zu Gott ein erneuertes Gelübde Euch auf ewig ihm zu weihen; und jede Erinnerung an dieses heilige Gelübde, eine neue Stärkung Eurer Seele zur unverdroßnen Nachfolge Eures Herrn. So oft Ihr von Euren Geschäften, Euren notwendigen Erholungen einen Augenblick abmüssigen könnt, zieht Euch in die stille Einsamkeit; ruft da den Gedanken an den Allerheiligsten den Allgegenwärtigen Euch recht lebendig ins Herz; laßt da das reine leuchtende Bild der himmlischen Tugend eures großen Vorgängers Euch rührend vor die Seele treten; erweckt da den Eifer vor Gott zu leben recht mächtig in Euch; fühlt da die hohe Würde, die unaussprechliche Seligkeit der Christentugend in ihrem ganzen Gewichte; schauet da in die Heimat eures Geistes, ins Land der vollkommengemachten Gerechten, in die Wohnungen des ewigen Friedens, und der herrlichen Erndte von der Aussaat guter Werke. — Kehrt so, gestärkt im himmlischen Sinn, immer weiser nnd edler, immer unbezwinglicher gegen
jede

