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dort gut sein mag, hier aber es nicht wäre, sofort auf die eine oder andere Autorität hin auch gleich bei uns anzuwenden, was manchmal große Verwirrung und bedeutende Störungen des kirchlichen Lebens herbeiführen und die kirchliche Rechtsordnung bei Unkundigen in ein ganz falsches Licht stellen könnte. Aber es droht andererseits noch eine sehr gefährliche Klippe; es gibt nämlich nicht blos ein wohlberechtigtes, von der Kirche nie un­terdrücktes Besondere im Rechtsleben der einzelnen Völker, son­dern das Besondere, Eigenthümliche hat sich auch manchmal in einer Weise breit gemacht, daß darunter die kirchlichen Grund­sätze mehr oder minder beeinträchtigt, ja in neuerer Zeit mitun­ter schwer verletzt wurden. Vor dieser Klippe muß man sich gleich sorgfältig hüten; sonst treibt das Schifflein unter dem Scheine der freien Bewegung und des heimischen Rechtes lang­sam in die gefährliche Strömung des verdeckten oder offenen Schisma. Es ist bekannt, wie es in Frankreich in dieser Be­ziehung ging. Aber selbst wenn die Umkehr von dieser Bahn in der canonischen Literatur eines Landes wieder erfolgte, sind dessen canonische Rechtslehrer mit einer gewissen Vorsicht zu brauchen, weil im Kampfe gegen eine herrschend gewordene falsche Richtung der hinreißende Eifer für die gute Sache ihre Verfechter mitunter über die wahre Grenzlinie hinausträgt und zu Behauptungen führt, die sich am Ende nicht wohl halten lassen. Auch hiefür dürfte die neueste in Frankreich erschienene canonische Literatur den Beleg bieten. Aus all' dem ergibt sich, daß mit der nöthigen Umsicht auch die communis Doctorum sententia , welchen zunächst die wissenschaftliche streng conse- quente Fortentwicklung der canonischen Rechtsprincipien in der Theorie obliegt, wohl zu beachten ist. Um hier bei den ein­zelnen Canonisten sicher zu entscheiden, ob unter ihrem Besou- dern das Allgemeine nicht gelitten habe, wird ihr Gebrauch und ihr Ansehen bei den höchsten Kirchenbehörden in Rom sicher- maßgebend sein. Da sind nun außer den schon genannten Papst Benedict XIV., Gonzalez und Giraldi noch sehr gebraucht und