170

daß Ahr jetzt nicht gern einen Fremden bei Euch seht, weil Euer Herz in gleichem Grade.leidet, als Euer Körper. Allein es ist mir gleichzeitig auch bewußt, daß Ihr unter allen Umstanden geneigt scyd, einem Unglücklichen die Pforte Eures Herzens zu öffnen, und ihm mindestens den Trost Eurer Theilnahme zu verleihen, dafern Ihr anders ihm zu helfen nicht im Stande seyd. Daher nehme ich auch keinen Anstand, Euch diese Dame hier zuzur führen, welche dtt Recht auf Euer Mitleid hat; denn sie ist sicher von allen Unglücklichen, welche das Schicksal es zu seyn verurtheilt hat, die Be- klagenswertheste, und deßhalb empfehle ich sie Eurem Schutz und Beistand."

Daswas ich höre ist hinlänglich, Signora, um mir Interesse für Euch einzuflößen, wenn auch nicht die Fürsprache meiner geliebten Schwester es für Euch bei mir erweckt hatte; so aber ist ein doppelter Grund vorhanden, es für Euch zu fühlen." Diese Worte sagte die Königin mit sanfter Stimme.

Sophie beugte sich nieder auf die Hand der Königin, um sie zu küssen; doch Johanna verhin­derte es , und berührte mit ihren Lippen die Stirne der Grasin, zu welcher sie sagte:Eure Kleidung