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Gerade zu dieser Zeit hatte der ältere Bruder, die­ser mit Recht so geschätzte und geliebte junge Mensch, das Unglück, mit einem rohen Pferde, was er zuritt, zu stürzen, und sich nicht nur äußerlich^ sondern auch an inner» Theilen so zu beschädigen, daß der Arzt er­klärte, er könne nicht am Leben erhalten werden. Man verbarg dies zwar anfänglich dem armen Leidenden, als dies aber nicht länger geschehen konnte, und er selbst das Annähern des Todes fühlte, blieb er muth- voll und sprach:Ob ich gleich gern noch länger ge- lcbt hätte, um in der Welt recht viel Gutes zu thun: so sterbe ich doch getrost, ich sehe einer seligen Ewig- keit entgegen; ich habe ja den Tod in meinem Be- rufe gefunden; aber ach.' setzte er hinzu mein armer, unglücklicher Bruder! der ist Selbstursache sei- nes frühen Todes! und ach, unsere lieben, redli- chen Aeltern! Gott, Allbarmherziger!" Er konnte vor Weinen und Schluchzen nicht weiter reden. Noch an demselben Tage starb er.

Als sein Bruder auf seinem Schmerzenslager diese Trauerpost hörte, ward er tief erschüttert. Er rang die Hände und jammerte laut:Du, guter Bruder, hast mit einem reinen Gewissen sterben können aber ich? ich bin ein Verworfner! ein Selbstmörder! die verfluchte Wollust, der ich mich ergab, hat mich dazu gemacht! Und über meine rechtschaffenen Aeltern, die Freude an mir zu erleben hofften, Hab' ich Gram und Herzleid gebracht!" So jammerte und win­selte er fort, und verfiel hierauf in eine gänzliche Er­schlaffung und Bewußtlosigkeit. In dieser blieb er, und in der folgenden Nacht endete er sein Leben. Dies alles hat mir einer meiner Freunde, der Augen- und