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Nachricht in der Kirche verbreitet, daß der Herr Coadjutor sterbenskrank angekommen sei und kaum im Stande sein werde, die Sehnsucht seiner andäch­tigen Verehrer zu befriedigen. Um so freudiger war die Ueberraschung, als man ihn endlich, mühsam und bleich wie einen Sterbenden, die Kanzel be­steigen sah. Ein allgemeines Freudengemurmel em­pfing ihn. Fabrizzio hatte sich Ln so weit erholt, um sein Auditorium ruhig überblicken zu können. Zn den vorderen Stühlen befand sich eine Auswahl der vornehmsten Damen von Parma, junge Elegants drängten sich in den Seitengängen, der Plebs ganz hinten. Das Theater war diesen Abend unge­wöhnlich leer, und sonderbarer Weise fiel Fabrizzio jetzt erst dieser eigenthümliche Contrast bei.

Er begann mit einigen entschuldigenden Ein­gangsworten, die durch unterdrückte Ausrufungen der Bewunderung erwidert wurden. Hierauf ging er zur schwärmerischen Schilderung wahrhaft unglück­licher Seelen über, mit denen man Mitleid haben müsse, zu Ehren der gnadenreichen Mutter des Hei­landes, die ja selbst die Bemitleidenswertheste dieser Erde gewesen sei« Der Redner war ungewöhnlich bewegt, zuweilen hatte er kaum die Kraft, die Worte so deutlich auszusprechen, um in allen Theilen der keineswegs großen Kirche verstanden zu werden. Eine sanfte Schwermuth und Trauer schien über sein gan-