266
und ging Wenig aus, weil mir die Nutze nach einer so langen Neise behagte; weil mir die Neu» gierde, mit der Alles mich ansah, zuwider war. Freitag durchstrich in Gesellschaft des SohneS meines Wirthes die Umgegend desto fleißiger. Da kam am dritten Morgen ein Jager des Herrn, der mir ein Biller brachte. Ich glaubte eine Einla» düng zu erhalten; aber wie rollte das Blut durch meine Adern, da ich las: „Sie haben einen Mohr bei sich; der Erlauchte Herr haben Lust zu diesem Geschöpfe und lassen fragen, ob Sie den Kerl nicht verkaufen wollen und um welchen Preis Sie ihn losschlagen können." —
„Was Teufel!" rief ich. „Verkauft man hier seine Freunde? Sage Er, das Geschöpf, der Kerl ist mein erster Freund! Und nun geh Er mit dem Bescheide." — Bebend vor Verlegenheit ging der Jäger. Ich rief den Wirch; er mußte mir die Rechnung bringen, indeß der Hausknecht nach der Post ging, Pferde zu bestellen. —
Freitag war nicht gegenwärtig; er kam erst da die Rechnung berichtigt, da die Abreise bestellt war und nach zwei Stunden halte ich meine Ge» burtsstadt im Rücken. Meinem Freitag verschwieg ich die Geschichte; ich konnte es nicht übers Herz bringen, den guten Menschen so zu kranken.
„Und wohin gehts nun?" fragte Freitag. — „Das weiß ich nicht mein Sohn. Vielleicht gehts nach Amerika — vielleicht nach Ostindien. In meinem Vaterlande blüht mir keine Freude —

