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Bruder mit ihrer Nähnadel, oder in andern weiblichen Künsten, angenehme Dienste zu leisten. Freilich hatten sie nicht beständig in Allen ganz einerley Meinung; sondern es geschah zuweilen, daß eine Schwester sagte: Blau ist besser, als Roth; und der Bruder: Roth ist besser als Blau: aber wem verschlug das etwas? Sie ließen einander bey ihrer Weise und blieben gute Freunde. Zum Zanke kam es unter ihnen nie.
Besonders liebten sich Marianne und Rosalie.
Wenn man der Marianne, als sie nock- kleiner war, Zuckerplätzchen oder so was anders schenkte, so faßte sie es dankbar in ihr Schürzchen, und sprach immer: Das wird die Rosalie freuen, wenn ich zu ihr komme! Sie lief auch sogleich zu ihr, und theilte ihr davon mit. Oder wenn man ihr weniger gegeben hatte, so sprach sie oft: Ich bitte gar schön, für die Rosalie auch was!
Mehre Leute, die diese Rosalie nicht so genau kannten, fragten ihre Mutter: wer denn diese Rosalie wäre. Ihre Stiefschwester ist's, hieß die Antwort; sie lieben sich einander, als wären sie Zwillinge.
Als Marianne schon etwas erwachsen war, und manches schöne Kleidungsstück erhielt, so war sie gleich mit der Bitte da: Mutter! ja

