Ueberhaupt merket euch tu euerm Betra­gen gegen Dienstbothen die goldene Regel?

Was du nicht willst, das man dir thu,

DaS füg' auch keinem Andern zu.

Eine liebreiche Hausmutter mußte eine Tagreise machen. Sie gab daher ihrer Magd Flachs, welchen sie spinnen sollte, und ihre Tochter Christine ermahnte sie, zu Hause zu bleiben, und Acht zu haben, daß kein Schade geschähe. Sie trug der Tochter nicht die Auf­sicht über die Dienstmagd auf: den diese war 24 Jahre alt, und die Tochter nur » 4 . Die Magd war immer arbeitsam, und trieb ihre Geschäfte, die Frau mochte zugegen seyn, oder nicht. Sie spann also auch an diesem Tage recht fleißig. Weil sie aber sah, daß ein altes Weib gegenüber Scheite von der Gasse in's Haus trug, und daß ihr einige zu schwer wurden; so verließ sie ihren Spinn­rocken, ging und half der Alten die schwe­ren Scheite an Ort und Stelle zu bringen. Als das geschehen wa'', blieb sic einige Au­genblicke an der Thüre stehen.

Ein Fremder kam und fragte nach einem Hause. Eie beschrieb ihm nicht nur das Haus, sondern : ging auch fünfzig Schritte mit ihm, weil sie ihn gern so anweisen wollte, daß er