Schelten und Fluchen, oder ohne Schläge seine gehörigen Dienste thun; besonders ober sollen Knechte und Mägde selbst ihr Vieh besser leiten lernen; und besorgen. Sollten auch wirklich z. B. bey Abrichtung der Hunde Schläge nölhig seyn, so bleibe man immer innerhalb den Schranken der Mäßigkeit; wie auch die Geißel, Peitsche, der Sporn bey Pferden ein nützliches, ja uothwendiges Mittel zur Leitung ist. —
Der Luzie wurde neulich eine Kuh krank. Ach, dachte sie, wenn doch die Geistlichen das Vieh noch benedizirten, so wäre doch Hilfe zu schaffen; aber so weiß ich mir weder zu rächen noch zu helfen! [
Sie klagte doch endlich dem Pfarrer ihre Noth; aber dieser rieth ihr sogleich zum Wasenmeister, der in diesem Fache ein verständiger Mann ist, zu gehen, und Hilfe für das arme Vieh zu suchen. „Seht, sagte der Hr. Pfarrer, auch wir Menschen werden öfter krank, und müssen uns um Hilfe umsehen, und die gehörigen Mittel gebrauchen; warum sollte dieß nicht auch der nähmliche Fall beym Viehe seyn." Luzie folgte dem Rache, unb die Kuh wurde wieder gesund. Hatte wohl der Pfarrer hierinn nicht Recht? Wir Menschen haben ja auch die Pflicht für die Wie- dergenefung des lieben Viehes zu sorgen.

