warme Bäder, Umschläge aus aromatischem Wein mit Salmiak und Kampfer. — Dupuytren leitet die Aufmerksamkeit des Patienten von seinem Uibol durch Unterhaltung über verschiedene Gegenstände, durch Schrecken oder durch unsanftes tadelndes Reden ab. — Junod hat die Anwendung von grossen Schröpfköpfen (um durch sie einen luftleeren Raum zu bewirken) mit glücklichem Erfolge bis zur Ohnmacht angewendet. — Boyer schlug den Gebrauch des Opium und Dudley den der Spirituosa bis zur Berauschung vor, indem sie die Erfahrung machten, dass während dieses Zustandes die Einrichtung gelang, welche im nüchternen Zustande nicht erzielt werden konnte.
In neuester Zeit wendet man die Schwefelätherdämpfe als ein vorzügliches Mittel zur Reduction von frischen und veralteten Luxationen mit dem besten Erfolge an, indem durch die erschlaffende Kraft der Narkose die hindernde Muskelkraft gänzlich hinwegfällt. So verrichtete Velpeau die schmerzlose Einrichtung einer Luxatio femoris in weniger als einer Minute, Jobert die einer Luxatio antibrachii, Hager einer Luxatio humeri. Auch Prof. Pitha gelang es, unter der Amvendung der Inhalationen eine 14 Tage bestehende Luxation des Vorderarmes bei der schlechtesten Prognose in we-. nigen Minuten zu reduciren. Noch eclatanter war der Erfolg bei einer Verrenkung des Oberschenkels direct nach hinten bei einem achtjährigen Mädchen. Die Reposition sollte nach Kluge’s Methode vorgenommen werden; doch bei den Versuchen, den Schenkelkopf durch eine geringe Beugung und Abduction zuvor beweglich zu machen, schlüpfte derselbe unter deutlichem Geräusche in die Gelenkspfanne. Die kleine Patientin unternahm bereits am 7 ,en Tage die ersten Gehversuche. — Es scheint, als ob durch diese wohlthätige Erfindung alle Repositions-Methoden einen ziemlich gleichen Werth erlangt haben. Nebst dem Ersparnisse an Extensionskräften fallen hiemit aber auch die oft nicht unbedeutenden Zerrungen und Sugillationen der kranken Extremität hinweg, welche so häufig die Folge der Anwendung des manuellen und in-

