. weggenommen, daß die Sünde nicht mehr für den Chriſten beſteht; ſie iſt weggewaſchen, und durch Jeſu Blut iſt er rein.

Zweitens bedeutet dies: Ich hege um deiner Sünden willen keinen Verdacht wider dich. Ein Vater hat einen ungerathenen Sohn, der ihn verließ, um ein leicht ſinniges und laſterhaftes Leben zu führen; nach einigen Jahren kehrt er aber als ein Bußfertiger zurück. Der Vater ſagt: Ich verzeihe dir. Am nächſten Tag ſagt er aber zu ſeinem jüngern Sohn:Es iſt morgen in einer entfernten Stadt ein Geſchäft abzumachen, und hier haſt du das Geld dazu. Dem zurückgekehrten Verſchwender anvertraut er es nicht.Ich habe ihm früher Geld anvertraut, ſpricht der Vater bei ſich ſelbſt,und er hat mich beſtohlen, und ich fürchte, ihm wieder etwas anzuvertrauen; doch unſer himmliſcher Vater ſagt:Ich gedenke deiner Sünde nicht. Er vergibt nicht blos das Ver gangene, ſondern anvertraut Seinen Begnadigten herrliche Pfunde. Er ſetzt nie Mißtrauen in ſie; Er hegt nie einen mißtrauiſchen Gedanken. Er liebt die Seinen gerade ſo, als ob ſie nie von Seinen Wegen abgewichen wären. Er gebraucht ſie zur Verkündigung Seines Evangeliums; Er ſtellt fie in die Sonn tagsſchulen und in die chriſtlichen Vereine hinein, und macht ſie zu Knechten Seines Sohnes; denn Er ſpricht:Ich ge denke deiner Sünde nicht.

Er gedenkt ihrer aber auch nicht bei der Aus­theilung Seines herrlichen Erbes. Ein irdiſcher Vater mag die Fehler ſeines verſchwenderiſchen Sohnes freund lich überſehen, doch wenn er nun vor ſeinem Tode ſein Te ſtament machen will, und der Notar bei ihm ſitzt, dann ſagt er:Ich werde meinem Wilhelm, der ſich immer gut auf führte, ſo viel geben, und mein anderer Sohn ſoll ſo und ſo viel haben, und meine Tochter ſo viel; doch da iſt dieſer Verſchwender, ich habe viel auf ihn verwendet, als er jung war, doch er verſchwendete, was er empfing, und obwohl ich ihm wieder meine Liebe zugewendet habe, und er ſich jetzt gut aufführt, muß ich doch einen kleinen Unterſchied zwiſchen ihm und den andern machen; ich denke, es wäre nicht recht