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muffen heilige Regungen und Anmuthungen entstehen; auch unsere Herzen muffen stch in Go§t durch man- ckerley Akte der Tugenden und Affekten ausgieffen. Nun dann redet auch der Mensch zu Gott, und Gott hat das größte Vergnügen ihn reden zu hören.

Aber der Mensch muß mit gehöriger Vorberei­tung zu Gott reden; er muß sich vor Gott beym Anfänge dev Betrachtung auf das liefest? erniedri» gen; er muß sich dieser Unterredung ganz unwürdig schätzen, weil er bisher so wenig der Stimme Got­tes Gehör gegeben; er muß Gott um Gnade bitten, daß dießma! sein heiligstes Wort fruchtbar seyn möch­te ; er mutz das Betrachtungs.oder Lesebuch mir dev größten Ehrfurcht, als eine Schrift vom Himmel gesandt, durchlcftn; er muß in der Lesung nicht ei­len ; sondern bey jedem Schlußpunkte etwas stille halten, um dem Verstand zum Nachdenken, und dem Willen zu den Affekten Zeit zu laffen.

Dann ist wieder ein Hauptmittel zn Erlangung der Gabe des Gebets, oder des Geistes des Gebet- die Uebung eben des Gebets! durch die Ue- bung wird jede Kunst am bäldesten und am sicher­sten erlernet. Bete oft und viel, so wirst du die Gabe des Gebets unfehlbar erlangen. Anfänglich dürftest du vielleicht wenig Lust zum Gebete spüren, wenig Geschmack daran finden; aber halte an, giev nicht nach, bete dennoch, wenn dich das Beten schon nicht freuet. Im Gebete must du nicht deine Lust, dein Vergnügen, sondern die Lust und das Vergnü­gen Gottes suchen, der durch da- Gebet will geehret werden; du must im Gebete deine Pflicht zu erfül­len suchen, ohne auf Eckel oder Geschmack Rück­sicht zu haben.

Ein solch fortseyendeS Gebet wird Gott «eit mehr gefallen, als ein anderes, bey welchem du, weiß nicht was für Trost und Süßigkeit zu fühlen glaubest, das öfters ein heimliches Wohlgefallen zum Grunde hat, da du dir selbst zumissest, waS doch allein das Werk der Gnade GorreS ist. Die gvoßi