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kam sein böses Stündlein! Sein liebenswürdiges Weib sank in eine unerklärliche Schwermuth. Sie glaubte, ihr Mann wolle sie heimlich vergiften; — und da sie von dieser schrecklichen Idee nicht abzubringen war und sich ihretwegen alles Genuffts von Speise und Trank enthielt, so starb sie unter bitteren Klagen über ihren Ehemann, den sie so herzlich geliebt hatte. — Seine Tochter, der Abglanz der Mutter an Leib und Seele, ward von einem Jüngling geliebt, dessen Verstand und Schönheit aller Augen auf ihn zog, und der ein so getreuer Verehrer seiner Vielgeliebten war, daß alles, was lieben wollte, sich auf dieses Paar, als das Ideal reiner Liebe, bezog. — „Liebt euch, so wie Hans Greten," sagten die Schönen; und die Jünglinge: „so wie Grete Hansen" — und siehe! Vater und Tochter werden an Einem Tage krank — und die Tochter durch die Blattern völlig entstellt, so daß nicht Gestalt und Schöne an ihr ist. Sie starb endlich nach ihrem Wunsche, dem ihr betrübter Liebhaber indeß auf keine Weise beitreten wollte; denn er betheuerte, daß die Blattern seiner Liebe, wie Unglücksfälle der Tugend, nur einen neuen Glanz beigelegt hätten. Der Vater vergaß seine Tochter, um den über ihren Hiutritt verzweifelnden Jüngling zu beruhigen. Seine Kräfte nahmen seit geraumer Zeit von Tage zu Tage ab; jetzt schwanden sie von Stunde zu Stunde. Er machte ein Testament, wendete seinem Schwiegersöhne sein ganzes Vermögen zu, und schien beruhigt zu seyn; allein leider nicht auf lange: — er erlebte das Unglück, daß sein Erbe seine Verlobung mit einer Dirne bekannt machte, die seiner und der Seligen so unwerth war. D, des Ruchlosen! Nicht einmal den so nahen väterlichen Tod abzuwarten! So vieler Liebe wäre ein weit minder gütiger Vater Werth gewesen. Mau sagte, die Dirne hätte zu diesem Drang Ursache gehabt. Der Vater schwankte ob er sein Testament ändern, oder diesen Undankbaren mit Großmuth strafen sollte. Er entschloß sich zum letzteren. Von aller Welt

