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schaft je länger, je lieber; wie Madam sich ausdrückte: je fremder, je angenehmer.
4) Die Tochter wird nach der Hochzeit die Baronin genannt, und
5) Der Schwiegersohn heißt nicht Herr Sohn, sondern Herr Baron.
6) In Abwesenheit werden sie der gnädige Herr und die gnädige Frau prädicirt.
7) Das Wort: Wechsel, wird sorgfältig vermieden, und alles mit dem Mantel der christlichen Liebe bedeckt.
„Wo nur ein Mantel helfen kann I" fiel der Emsige ein; und so ward auch diese Punktation mit der bösen Sieben beschloflen.
Wieder Sieben! fuhr der Brautvater erschrocken auf. Wenn es nur nicht ein Trauermantel wird! setzte er mit einer Be- trübniß hinzu, die allen auffiel. Die Tochter sah ihn zärtlich an, die Mutter war stumm. Das unbedeutende Wort Trau erma n tel traf sie so, daß man sagen konnte, sie sey auf der Stelle geblieben. ES gibt solcher Art Worte, die man zur Erkenntlichkeit Schlagworte nennen könnte; und man kann sicher glauben, daß viele Leute an dergleichen Worten sterben — sie wiffen nicht wie. — Sieben Tage vor der Hochzeit klagte Madam über Kopfweh. Der Emsige, den sonst dergleichen Zufälle seiner Lieben, als sie noch seine Frau war, sehr zu interesstren pflegten (falls sie nicht so ungezogen waren, ihm an einem Posttage beschwerlich zu fallen), blieb, da jetzt zweimal sieben Punkte ihn beugten, bei der gegenwärtigen Kopfkrankheil seiner Lieben gleichgültig; und ohne ihr, wie sonst, Hofmanns Lebensbalsam auf Zucker zu träufeln oder ihr einen Aderlaß in Vorschlag zu bringen, ließ er der Krankheit freien Lauf, wie er bis jetzt im Durchschnitt seiner Lieben überhaupt freien Lauf hatte lasten müffen. Den zweiten Tag vor der Hochzeit konnte sie sich weiter nicht auf den Beinen halten; sie legte sich,

