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stalle und Remisen, an den Herkulesgestalten der Auslader, an den rührigen Schaffnern und an den schmutziggrünen Uniformen der Zollbeamten, welche die Koffern und Reisesäcke durchwühsen^ um zu untersuchen, ob nicht etwa auch ein westphälischer Schinken eine Vergnügungsreise nach Paris ohne Paß gemacht hat^ kurz der junge Student bewundert Alles, und mchts würde zu seinem Glücke fehlen, wenn er nicht zu gleicher Zeit seinen Koffer, seinen Reisesack, seine Hutschachtel, seine Taschen und sein Paraplui im Auge behalten müßte; — denn seine Aeltern und Freunde haben ihm dringend empfohlen, sich vor Dieben, Omnibus, Cabrioleten. Polizeiagenten, falschen Freunden, vor Aufläufen, verfälschten Weinen, Kaufleuten zu festen Preisen, wü- thenden Hunden und insbesondere vor dem weiblichen Geschlechts zu hüten!
Eingedenk dieser Ermahnungen und behaftet mit einer an- gebornen Schüchternheit, wächst seine außerordentliche Besorgnist mit jedem Schritte, welche sein erstes Auftreten in der Hauptstadt ziemlich unsicher macht.
Der Packträger, beladen mit des Studenten Koffer und Reisesack, geht als Wegweiser voraus; der Student, seine Hutschachtel und seinen Regenschirm selbst tragend, folgt jenem auf der Ferse. Trotzdem verliert er ihn im Gedränge an den Straßenecken mehrmals, hat aber doch immer wieder das Glück, ihn an der Koffer auf der Schulter zu erkennen und zu finden. Endlich gelangen sie in die St. Jakobsstraße, wo sich das Kötel ganii befindet, welches unserem Fremdling von einem andern Studenten seines Ortes empfohlen wurde. — Deßhalb sind sie aber noch immer nicht an Ort und Stelle; denn oft ereignet es sich, daß die Zimmer des Hotels schon alle belegt oder die noch freien Zimmer dem Studio nicht hübsch genug sind. Ist der neue Ansiedler wählerisch, dann darf er im lateinischen Lande wohl einen Tag lang Stiegen auf Stiegen ab steigen, um die Wohnung auszuwählen, die endlich seinen Kopf und sein Paraplui unter Dach bringen soll! Die lateinischen Miethgeber ermangeln nemlich nie, die Reize der Wohnung, welche sie vorschlagen, übermäßig anzupreisen; ja schon, ehe sie dahin gelangen, während sie noch die 180 Stufen hinaufsteigen, versuchen sie dieselbe unter tausend Versicherungen an den Mann zu bringen; ist man jedoch oben angekommen, weiß der Miether oft nicht, wo er anfangen soll, feine Unzufriedenheit zu erkennen zu geben, bei den Möbeln, oder bei den Papierfensterfcheiben, bei den verrosteten Schlössern oder bei dem löcherigen Ofen. Da wird der Hausherr freilich etwas kleinlaut; doch schnell gewinnt er seine Fassung wieder bei dem Gedanken an die Aussicht, die er bewundern läßt, und

