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Augen fallen ließ und ihn zur Erkenntniß seines eigenen Herzens und zu gleicher Zeit zur Erkenntniß der unendlichen Liebe und Barmherzigkeit IEsu Christi seines Heilandes brachte.
Sein Bicariat hatte er angetreten, zwar, wie er selbst uns erzählt, mit guten Borsätzen versehen, aber mit IEsus Christus durchaus unbekannt. „Mit stiller Wehmuth empfand ich die furchtbare Leere meines Innern und die Trostlosigkeit meines uufleißigen, mit Nebendingen mcistentheils phantastisch verschleuderten Universitätslebens."
Da geschah es gleich in den ersten Wochen seines Bicariats, daß Ludwig Hofacker ihm vom HCrrn gleichsam als rettender Engel und liebreicher Wegweiser zugeführt wurde. Beide waren aus Einer Promotion und in früheren Jahren eng befreundet gewesen, bis die wunderbare Bekehrung Ludwigs auf einiual eine große Kluft zwischen beiden befestigte, da der stolze, in eigener Kraft einherbrausende Dichterjüngling lange nicht Lust hatte, den gleichen Sprung ans der Natur in die Gnade, ans der Welt in's Reich Gottes, von der eigenen Vernunft und Selbstgerechtigkeit unter das Kreuz Christi zu thun. Aber jetzt gelang es unter dem Segen des HErrn, dessen Werkzeug Ludwig Hofacker war, der zarten, innigen und von aller Zudringlichkeit und lästigen Bekehrungssucht weit entfernten Liebe und Treue dieses von dem rechten JEsussinne erfüllten, in dem Worte Gottes festgewurzelten und im steten Gebetsumgang mit dem Heiland stehenden Freundes, tiefe, durchschlagende Eindrücke bei dem angehenden Vicar hervorzubringen. Hören wir ihn selbst, wie er die Wirkung eines Briefs von Ludwig an ihn vom 20. November 1820 schildert: „Es ging sofort eine Veränderung in meiner Seele vor, die mir nach langen Ewigkeiten heilig und unvergeßlich sein wird wie heute, und ich wurde von einem Strahl aus dem Heiligthum Gottes berührt, der mir's im Augenblick nnwidersprechlich gewiß machte, daß IEsus von Nazareth wahrhaftig der Sohn des lebendigen Gottes, ja im herrlichsten, vollkommensten Sinn, unser HErr und Gott und das wesentliche Element der menschlichen Seele von Anfang ist. Es durchdrang mich eine unermeßliche Wehmuth über meine in blindem Unglauben verlorenen Jugendjahre, aber auch eine hohe göttliche Freude, das Räthsel meines Lebens auf eine solch wunderbare, dem unmittelbaren Erbarmen IEsu nie genug zu verdankende Weise gelöst zu sehen. Am gleichen Tag hielt ich eine Betstunde, nach derselben ging ich mit schwerem Herzen in der Sacristei auf und ab, ich weinte heftig. Da

