101 Frankreich.
Getraide, Gartenfruͤchte, Blumen, Obſt, etwas Wein, welcher aber kaum mittelmaͤßig ausfaͤllt, Holz in den jetzt ſehr verwuͤſteten Waldungen von Boulogne und Vincennes; Rindvieh, Schafe, Ziegen, Schweine, Federvieh, Hafens Mauer⸗ und Pflaſterſteine, Gyps in den beruͤhmten Gruben von Montmartre. Der Kunſtfleiß verliert ſich in dem der Hauptſtadt aber er iſt auch auf dem Lande ſehr lebhaft. Man unterhaͤlt Baumwollenſpinnereien und Bleichen, Kar, tundruckereien und Webereien, und macht Toͤpferwaaren, Wachslichter u. ſ. w. Das Dep. beſteht aus 3 Bezirken, 20 Kantonen und 79 Gemeinden, und ſendet 8 Deputirte zur Kammer. Staͤdte: Paris, Hauptſtadt des Reichs, Reſidenz des Mo: narchen und Sitz der oͤberſten Behoͤrden, liegt 20011 L. und 48° 50‘ 15“ Br. und wird von der Seine durchſtroͤmt, in die hier die Bisvre fließt. Die Stadt, in einer reizenden Ebene gelegen, bildet mit ihren Vorſtädten ein unregelmaͤßiges ringsumher mit Boulevards umgebenes Oval, worin eine ungeheure Haͤu ſermaſſe zuſammengedraͤngt iſt. Ihre Entſtehung faͤllt in das graueſte Alterthum. Julius Caͤſar fand bereits den Ort, umgab ihn mit Mauern, und machte ihn zur Reſidenz des Roͤm. Statthalters. unter den Merowingern und Carolingern war es eine Provinzialſtadt, Als Hugo Kapet den Thron beſtieg, ſchlug er zu Paris feine Reſidenz auf, und ſeit dieſer Zeit ſind ihre Schickſale mit denen der Krone auf das innigſte verflochten. Ihr ungeheurer Anwachs datirt ſich feit dem 17ten Jahrhunderte. Ludwig XIV. verſchoͤnerte fie ungemein und noch

