388 Frankreich.
Die Bevoͤlkerung, bloß aus Katholiken beſtehend, ergibt für die M. 2004 Individuen. Der Ackerbau liefert zwar zur Ausfuhr, wird aber aͤußerſt nachlaͤſſig betrieben, und koͤnnte das Doppelte eintragen; der gekelterte Wein iſt von mittlerer Guͤte, Das Obſt, beſonders die Feigen, vortrefflich. Oel— cultur und Seidenbau haben ſeit der Revolution be: deutend verloren; die Viehzucht wird in allen ihren Zweigen vernachlaͤſſigt; bloß die Bienenzucht, welche die trefflichen mit aromatiſchen Kraͤutern bedeckten Fluren beguͤnſtigen, wird fleißig gewartet, und liefert den weißen und dicken Honig von Narbonne, den ſein wuͤrziger Geruch und lieblicher Geſchmack in ganz Frankreich empfehlen. Der Bergbau liefert Eiſen(an 35,000 Centner) und Steinkohlen(an 3000 Centner). An Baiſalz gewinnt man ungefähr 160,000 Centner jaͤhrlich. Der Kunſtfleiß beſchaͤftigt ſich mit Verarbeitung der Wolle, der Baumwolle und des Leders; man hat Papiermuͤhlen, Glashuͤtten und Kupferfabriken. Ausfuhr: Korn,
Wein, Branntwein, Spriet, getrocknetes Obſt, Fei
gen, Roſinen, Honig, Wachs, Tuch, wollne Muͤtzen, Leder, Seife, Eiſenwaaren, Baiſalz. Die Provinz ſendet 2 Deputirte zur Kammer, und beſteht aus 4 Bezirken, 31 Kantonen und 436 Gemeinden.— Staͤdte: K.
Carcaſſonne(Br. 43° 12 51, S. 20° 0‘ 49%),
Hauptſt. des Dep. am Aude, 1073 M. von Paris.
Der Fluß theilt die Stadt in Alt- und Neuſtadt; letztere iſt gut und regelmaͤßig gebaut, erſtere dagegen ſchlecht und faſt nur von der Hefe des Volks bewohnt.

