.

Einleitung. IX

fehlen dem Jura eine Menge Pflanzen, die in den Alpen in gleicher Höhe und unter gleichen phy­sischen Einflüssen gedeihen; es gibt sogar solche, die von den Alpen herab bis in die Ebenen stei­gen, hier sich wieder über die Molassenberge aus­breiten und bis an den Fuss des Jura gehen, aber dann nicht weiter wollen. Dahin gehören: Saxi­fraga aizoides und mutata Alnus viridis, Erica carnea, Sedum dasyphyllum, Aconitum Commarum und andere. Es wäre zu weilläufig, hier alle Arten anzuführen, die dem Jura fehlen, aber in gleicher Höhe auf den Alpen gefunden werden. Man wird das hierauf Bezügliche im Buche selbst finden. Das Eigenthümliche dieser Vegetationsverhältnisse aber erkläre ich aus dem Umstande, dass die Jura- Kreideformation im Grunde nur aus einer mineralogischen Species besteht.

Wir kommen zu den Alpen. Ueber die Ent­stehungsart und Hebungsepoche dieses Gebirges bestehen unter den Geologen verschiedene Mei­nungen. Einige hallen es für so jung oder noch jünger als die Molasse, weil man an verschiedenen Stellen molassenartiges Gestein an der Oberfläche findet. Andere setzen seine Hebung in die Kreide­epoche zurück und stützen sich hiebei auf die That­sache, dass über grosse Strecken ein Gestein ver­breitet ist, das nach seinen organischen Ein­Schlüssen mit der Kreide übereinstimmt. Beide Meinungen dürfen sich aber vereinigen lassen, wenn man mehr als eine Hebung annimmt, was denn auch wirklich von Vielen geschieht. Da man aber in den Alben auch ein Gestein findet, das nicht geschichtet, sondern massig ist, das keine Versteinerung enthält und aus Körnern verschie­dener Mineralien besteht, so nahm man früher an, dasselbe sei zu einer Zeit entstanden, als noch keine organische Wesen die Erde bewohnten, und belegte es mit dem Namen Urgebirge. Man hielt es demnach für die älteste Gebirgsformation und da ein Theil des Alpengebirgs von unten an