968 Deutſchland. Großherzogth. Baden.

rung, anfangs unter Vormundſchaft, folgte, von 1746 an aber ſelbſt regierte, ein Fuͤrſt von ſeltnem Geiſte und eben ſo ſeltner Herzensguͤte; Kenner und Freund der Wiſſenſchaften und Kuͤnſte, Vater ſeines Volkes, der einzig und ganz für feine Unterthanen lebte, und der durch ſeine muſterhafte Regierung ein Land dem Ruin entriß und zum Wohlſtand brachte, das durch ſo viele auf einander folgende Kriege verheert, zur Einoͤde gemacht und mit den druͤckendſten Schulden beſchwert war. Nachdem dieſer Markgraf ſich aller Streitigkeiten wegen mit Oeſtreich, Pfalz, Wuͤrtem­berg, dem Hochſtifte Baſel ꝛc. verglichen hatte, und durch einen Erbvergleich mit Baden-Baden 1765 die Anwartſchaft auf die Lande dieſes Hauſes befeſtigt hatte, trat, wie oben erwaͤhnt, 1771 wirklich der Fall ein, daß Markgraf Auguſt Georg, der letzte Fuͤrſt von Baden⸗Baden ſtarb, und daß nun Carl Friedrich, vermoͤge dieſes abgeſchloſſenen Erbvertrages, von den Baden⸗Badenſchen Landen Beſitz nahm, und auf dieſe Art alle Staaten ſeines Hauſes wieder vereinigte, mit Ausnahme der Herrſchaften Schlackenwerth und Loboſitz in Boͤhmen und der Ortenau, welche letztere als eroͤffnetes Lehn dem Oeſtreichiſchen Hauſe zufiel. Carl Friedrich erhielt alſo zu feinen Baden-Durlach­ſchen Landen die Markgrafſchaft Baden: Baden, die Graſſchaft Eberſtein, die Herrſchaft Mahlberg und das Amt Stauffenberg, ſo daß bis zum Luͤneviller Frieden 1801 feine geſammten Lande 77 M. mit 216,000 Einw. und 1,500,000 Fl. Einkuͤnften ent: hielten. Aber durch dieſen Frieden verlor der Mark graf ſeine ſaͤmmtlichen uͤberrheiniſchen Beſitzungen,

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