Hiſtoriſche Einleitung. 7

am Weihnachtstage 800 mit der Abendlaͤndiſchen Kaiſerkrone, die eines Carls bedurfte, um ſich aus dem Nichts zu erheben. Aus Abneigung gegen die Franken aber, deren Eroberung man als einen neuen Barbareneinfall anſah, ſchloſſen ſich die freien Staͤdte, Rom ausgenommen, wieder feſt an das Oſtroͤmiſche Reich an. Das Fraͤnkiſche Italien kam noch bei Carls Lebzeiten an ſeinen Enkel Bernhard(810). Als aber dieſer ſich von ſeinem Oheim Ludwig dem Frommen unabhangig machen wollte, ward er abge­ſetzt und geblendet. Nun blieb Italien unmittelbarer Beſtandtheil der Fraͤnkiſchen Monarchie bis zur Thei­lung im Vertrage von Verdun(843), worin es nebſt der Kaiſerwuͤrde und dem ſpaͤter ſogenannten Loth ringen dem aͤlteſten der Söhne Ludwigs, Lothar J., zufiel. Dieſer überließ die Regierung(850) feinem Sohne Ludwig IL; den loͤblichſten der Italieniſchen Fuͤrſten Karolingiſchen Stammes. Nach ſeinem Tode (875) ward Italien der Zankapfel des ganzen Hauſes. Zuerſt nahm Cart der Kahle von Frankreich es in Beſitz, als er geſtorben(877), Karlmann, König von Baiern, welchem(880) ſein Bruder Carl der Dicke, König von Schwaben, folgte. Dieſer vereinigte die ganze Fraͤnkiſche Monarchie zum letzten Male. Seine Abſetzung(887) war die Epoche der Geſetzloſigkeit und der bürgerlichen Kriege in Italien. Berenga, Herzog von Friaul, und Guido, Herzog von Spoleto (nebſt dem Markgrafen von IJvrea, die einzigen von jenen 30 übrigen großen Vaſallen), buhlten mit eins ander um die Krone, Guido ward zum König und Kaiſer gekroͤnt, und nach ſeinem Tode(894) auch