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wie freute ſich jetzt insgeheim Valerie, daß auf dieſer Freundſchaft kein Flecken der Schaam haftete! und daß ſie jene Tröſtungen für eine Häuslichkeit ohne Liebe, welche ihr zuletzt zu einer freudigen nicht ungeheiligten Ergebung verholfen, nicht verwirkt hatte Tröſtungen, die nur in gutem Gewiſſen und im Stolz zu finden ſind!
Herr von St. Ventadour hatte ſich nicht verändert, außer daß ſeine Naſe länger war und er jetzt ſtatt ſeines eigenen ſtraffen Haars eine wohlgelockte Perrücke trug. Aber wie dieß nun kommen mochte vielleicht durch die bloße Zauberkraft der Gewohnheit er war in Valeriens Augen leidlicher geworden; das lange Zuſammenleben hatte ſie mit ſeinen Schwächen, Mängeln und Fehlern ausgeſöhnt; und die Vergleichung mit Andern lehrte ſie ſeine guten Eigenſchaften beſſer würdigen, ſo wie er ſie nun einmal hatte— Großmuth, Gutherzigkeit, Aufgeräumtheit und eine unbegrenzte Gefälligkeit gegen ſie. Gatte und Gattin haben ſo manche gemeinſame Intereſſen, daß wenn ſie ſich durch die Schwellungen und Senkungen des Lebens eine hinreichende Zeit mit einander hingeſchleppt haben, die Feſſel, die am Anfang erbitterte und wehe that, oft bequem und vertraut wird; und wenn nicht das Temperament des Einen unerträglich iſt, das, was anfangs ein läftiges Joch war, nun ein geſelliges Band wird. Und im Uebrigen konnte Valerie jetzt, nachdem Gefühl und Phantaſte ſich ernüchtert, an tauſend Dingen Wohlgefallen finden, welche fie einft in ihrer krankhaften
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