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mer wieder bemächtigt ſich, ſo ſehr ſie es vor mir zu verhehlen ſucht, dieſer Jammer ihrer Seele wieder und vergiftet ihr jeden Gedanken! Oh, tauſendmal beſſer, er wäre geſtorben! Wenn Vernunft, Empfindung, die Seele ſelbſt beinahe todt ſind— wie dunkel und feindſelig iſt dann das noch übrige Leben!— Und wenn es im Blute liegen ſollte— wenn Thereſa s Kinder— fürchterlicher Gedanke!“ De Montaigne ſchwieg, ganz überwältigt. „Mebertreiben Sie, mein theurer Freund, Ihr Unglück, groß wie es iſt, doch nicht ſo gräßlich! Cäſarin's Krankheit entſprang offenbar nicht aus einer phyſiſchen Anlage— ſie war nur die Kriſts, die Entwicklung eines ſchon lange in ihm ſchleichenden geiſtigen Uebels— die Folge von krankhaft genährten Leidenſchaften, von hartnäckiger Vernachläſſigung der Verſtandes- und Denkkraft und er kann ja auch noch geneſen. Je weiter die Erinnerung an den Stoß, den er erlitten, zurücktritt, um fü größer iſt die Wahrſcheinlichkeit, daß ſein Gemüth wieder feine rechte Stimmung erlangen wird.“
De Montaigne preßte ſeines Freundes Hand.
„Es iſt ſonderbar, daß von Ihnen mir Mitgefühl und Troſt kommen muß! von Ihnen, dem er ſo viel Leid zufügte!— von Ihnen, den ſein Wahnſinn oder ſein Verbrechen von Ihrer ſtolzen Laufbahn und von Ihrem heimiſchen Boden verdrängte! aber die Vorſehung wird, ſo hoffe ich, noch das Unheil ihrer irrenden Kreatur gut machen, und ich werde es noch er

