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Allem, was uns drückt, entladen, an der Verbeſ­ſerung unſerer Geſinnungen arbeiten, den unſerm Nächſten an ſeiner Ehre, an ſeinen zeitlichen tern, oder an ſeiner Tugend zugefügten Schaden wieder gut machen, uns mit unſern Feinden und Beleidigern ausſöhnen, und durch den rechten Ge:/

brauch der von Jeſu eingeſetzten Gnadenmittel uns wieder mit Gott vereinigen. Vielleicht iſt euch das, mein Freund, während eurer Krankheit noch nicht eingefallen; denket deßwegen um ſo öfter daran, und danket mit Wärme euerm lieben Vater im Himmel für feine Güte. O! wir Menſchen er­kennen ſie ſo ſelten in unſerm Leben!

Sehet demnach euer Krankenlager als eine Ge­legenheit an, wo ihr euer Heil mit Eifer wirken könnet, damit die guten Abſichten Gottes, die er hierin für euch hat, auch an euch erreicht werden. Die Güte Gottes, die über alle unſere Tage wa­chet, die alle unſre Schickſale leitet und regieret, läßt gewiß nicht ohne heilige Urſachen, und nicht anders, als zum Beſten für euch und Andere, dieſe Stunde des Leidens über euch kommen, dieſe Krank heit und Schmerzen euch ergreifen. Freylich ergrün­det ihr jetzt nicht den ganzen Rath Gottes, warum er gerade ſo und nicht anders mit euch verfahre. Aber ihr wiſſet ja, mein lieber Bruder, alles Lei­den, auch dieſe Leidensſtunde kommt von Gott,

. und iſt gut; feine Abſicht dabey iſt gewiß recht oä­

| terlich, und fie muß zu euerm Beſten dienen, wenn

ihr ſie nur dazu gebrauchen wollet. Er liebet die, welchen er Leiden auflegt; oder, wie Paulus ſagt: Wen der Herr lieb hat, den zuͤchtiget er. Den:

ket oft an das, mein Lieber, und uber alles Ueb­

rige müſſet ihr euch keine Gedanken machen.