Verbesserung der Sitten der Moslem's 157

Gedichte auch mit angenehmer Stimme abgesungen habe. Marycm aber, die Tochter von Abu Jacub el Faisoli er­langte eine große Berühmtheit durch ihre Schule, woraus von ihr unterrichtet viele gelehrte Frauen und berühmte Dich­terinnen hervorgingcn. Radhia, eine Freigelassene des Cha- lifcn Abderrahman III., und dann Geliebte Hakcm's, der sic «seinen glücklichen Stern« nannte, war die Bewunderung ihrer Zeitgenossen, wegen ihrer ausgcbrcitetcn Kenntnisse, schönen Verse und herrlichen Geschichten: sie war auch eine Zeit lang im Orient auf Reisen gewesen, und hatte überall den Beifall der Gelehrten eingeerntct ^).

Daß Hakcm's Verbreitung > der geistigen Cultur keine Ucberbildung und Verschlechterung der Sitten unter seinen Unterthanen hervorgebracht habe, kann nachgcwicscn und zu­gleich dargcthan werden, wie er sich bestrebte, die Friedcns- zeit dazu zu benutzen, sein Volk mehr zu sittigcn, und nichts vergaß, was den inncrn Wohlstand fördern konnte. Er traf in allen Provinzen treffliche Einrichtungen,'ließ Moscheen er­bauen oder Herstellen, Mcnzillcn (öffentliche Herbergen) cin- richtcn, Brunnen in den Städten und an den Heerstraßen graben, und Brücken und Wasserleitungen erbauen "). Vor allen Dingen aber suchte er den Ackerbau empor zu bringen: daher wurden überall in den Ebenen Wasserleitungen und Wasserbehälter angelegt, und nach dem Boden und Elima die verschiedenartigsten Pflanzungen kultivirt.

Da die Ritter sahen, wie selbst der Ehalif große Sorge für den Landbau trug, so setzten sie, während des langen Friedens mit den Christen, eine Ehre darin, mit eigener Hand ihre Garten zu bearbeiten und die Cadi's und Alfa- qui's beschäftigten sich gern mit ihren Baumpflanzuu- gen. Es war Sitte geworden, daß die meisten Städte­bewohner, entweder im Frühling oder im Herbst sich auf

Conde-II. c. 93. Nurplix p. 233. c-lslri II. p. 150 .

Conde II. c. 94.