Die Herzogin von Ferrara war von ihren Frauen um­geben, und Darie besorgte die wichtige Toilette, wo­von der Kopfputz endlich die letzten prüfenden Blicke der geübte» Dienerin empfing.

Ich hoffe," begann sie mit einer Art Stolz, daß Madonna wird zufrieden sein. Ich hatte nie eine leichtere Hand, und nie zeigten sich die schönsten. Haare weniger widerspenstig. Wie verdrießlich, daß wir Niemand hier haben, welcher einen Kopfputz zu würdigen verdiente, der Ihnen eben so gut steht, als er meinem Geschmack Ehre macht! Ach! wenn der Graf Astorre da wäre!"

Die Herzogin war lange regungslos geblieben; ihre Blicke, auf den Spiegel gerichtet, suchten darin , nicht ihr Bild; sie war gleichgültig für die Sorgfalt, die man ihr widmete; ihre farblosen, zitternden Lip­pen haucMn glühenden Athcm aus; ihr Gesicht schien erstarrt; in ihren matten Augen standen Thräncn, und ihr haltloser Körper war ein Bild ergreifenden Schmer­zes. Bei dem NamenAstorre" erwachte Lucrctia II. 1